Gold bei Deutscher Meisterschaft der Junioren im Freistil

18. März 2018

Am vergangen Freitag hieß es für Dominik Klann und seinen Betreuer Toni Thun, die Reise in den Kurort Bad Kreuznach anzutreten. Grund der Reise war allerdings kein Erholungsurlaub, sondern die Deutsche Meisterschaft (DM) der Juniorinnen und Junioren im Freistil-Ringen, die an diesen Wochenende stattfand.

Meisterschaft mit Hindernissen

Diese nationalen Meisterschaften standen für den KAV-Nachwuchsathleten Dominik Klann bis letzten Donnerstag unter keinem guten Vorzeichen. Gegen Dominik wurde vom Deutschen Ringer Bund (DRB) für alle Einzel-Meisterschaften eine 10-monatige Sperre ausgesprochen. Die Begründung im Urteil der DRB-Funktionäre lautete: Teilnahme des Sportlers an Wettkämpfen der Deutschen Ringer Liga (DRL). Dabei sollte die junge Eisleber Nachwuchshoffnung bei seinen Einsätzen in der DRL gegen Weltklasseathleten lernen, Wettkampferfahrung sammeln und sich das Maß internationaler Wettkampfhärte holen.

Dominik Klann, der vor ca. 7 Jahren beim KAV Mansfelder Land erstmals eine Ringermatte betrat, konnte sich als Ringkampftalent und Persönlichkeit rasant entwickeln. Als Kadett beherrschte er souverän das Schwergewicht bis 100 kg, war zwei mal Deutscher Meister (2014 und 2015). Darüber hinaus sammelte er bei mehreren internationalen Turnieren Medaillen und nahm bereits an den Kadetten-Europameisterschaften für Deutschland teil. Mit seinem 3. Platz bei den Junioren-DM konnte er bereits 2014 als Kadett ein achtbares Zeichen setzen und seine sportliche Klasse nachweisen. Als Mitteldeutscher Meister 2017/2018 unterstrich er seine sportlichen Ambitionen. Im Oberliga- und später auch im Bundesliga-Team des KAV sprachen ihm die Trainer das volle Vertrauen aus und Dominik bekam als junger Athlet bereits wichtige Wettkampfeinsätze.

Intensiv, hoch motiviert und mit viel Einsatz trainierte Dominik in den letzten 6 Monaten im Leistungszentrum in Eisleben mit dem Ziel, Deutscher Junioren-Meister zu werden. Holger Quandt und Sven Thiele standen ihm mit Rat und Tat zur Seite. Als wichtige Trainingspartner fungierten neben Erik Thiele auch die ausländischen DRL-Kaderathleten des KAV Anzor Urishev, Nikita Firsov, Dejan Franjkovic oder Gasan Shamkhalov. Systematisch konnte er sich in den vielen Trainingseinheiten technisch und taktisch weiter entwickeln. Sollte all das umsonst gewesen sein?

Donnerstag – Gerichtsentscheid am Landgericht Nürnberg-Fürth

Zu Wochenbeginn hatte die Suspendierung noch immer Bestand- Dominik ist nicht startberechtigt für die Meisterschaft. Der Präsident des KAV Lutz Haring und die sportliche Leitung wollten und konnten diese Entscheidung einfach nicht so hinnehmen. Rechtliche Schritte wurden eingeleitet. Die Zeit drängte, denn es war offiziell bereits Meldeschluss für die DM. Rechtsanwalt Dr. Sven Nagel, der auch die DRL gegenüber dem DRB vertritt, wurde konsultiert. Eine Einstweilige Verfügung wurde beim Landgericht Nürnberg–Fürth beantragt. Am Donnerstag kam dann das wichtige Urteil vom Landgericht: „Dominik darf an allen Meisterschaften des DRB starten.“ Erleichterung bei allen Beteiligten, denn letztlich geht es doch nur darum, dass ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent in Deutschland einfach nur seine Sportart Ringen ausüben darf.

Freitag – Anreise mit Hindernissen

Damit hieß es für Dominik und seinen Betreuer Toni, die Reise in das 450 km entfernte Bad Kreuznach anzutreten. Doch so einfach gestaltete sich die Anreise nicht. Schneefall über weiten Teilen Deutschlands ließ Autobahnen glatt werden und führte teilweise zu Verkehrschaos. Dann standen beide auch noch an mehreren Baustellen im Stau. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz waren beide bereits 17:15 Uhr in Bad Kreuznach und somit rechtzeitig vor dem Meldeschluss 18:30 Uhr.

Toni, der Dominik in den 2 DM-Tagen rundum bestens als Coach betreute und bei dem sich der KAV-Vorstand an dieser Stelle ganz herzlich bedankt, hatte keinerlei Probleme bei der nachträglichen Meldung im Wettkampfbüro und beim offiziellen Wiegen. Die Frage, wie unser Sportler Dominik Klann all diese Querelen mit dem DRB psychisch wegstecken würde, beantwortete er sportlich eindrucksvoll auf der Ringermatte. Dominik Klann zeigte in den 4 absolvierten DM-Kämpfen ganz klar seine unumstrittene Vormachtstellung in der 125 kg Klasse. Er dominierte das 7-köpfige Teilnehmerfeld im Schwergewicht – war technisch und physisch absolut überlegen.

Samstag – Bis zum Halbfinale

Seinen Auftaktkampf gegen Franz Leitner aus Unterföhring in Bayern gewann er mit 11:0 Punkten technisch überlegen. Dann hieß es erstmal warten, da Dominik in der zweiten Runde ein Freilos hatte. Bei einem Starterfeld von etwa 120 Junioren dauerte es bis zum frühen Nachmittag, bis er auf seinen zweiten Kontrahenten traf. Doch auch Leon Tscherter vom KVA Remseck musste sich Dominik mit 10:0 Punkten technisch unterlegen geschlagen gegeben.

Im Halbfinale musste sich unser Athlet den Lokalmatadoren Bioum Mayer vom ausrichtenden Verein WKG Untere Nahe stellen. Bioum machte in seinen Vorrundenkämpfen mit sauber durchgeführten und gezielten technischen Angriffen auf sich aufmerksam. Hier hieß es für Dominik noch mehr aufpassen und technisch clever ringen. Doch mit seiner physischen und konditionellen Überlegenheit bezwang er den späteren Bronzemedaillengewinner Bioum Mayer vorzeitig mit 11:0 Punkten.

Auf der Nebenmatte setzte sich Leon Tscherter gegen Tamerlan Paschajew vom SV Alemannia Nackenheim in einem spannenden Kampf mit einem Schultersieg durch. Somit war klar: Dominiks Finalgegner ist Leon Tscherter, der bewiesen hat, dass man ihn nicht unterschätzen darf. Damit war der Meisterschaftssamstag geschafft. Es ging zurück ins Hotel, um die nötige Kraft und Erholung für den anstehenden Finalkampf am nächsten Tag zu schöpfen.

Sonntag – Der Finalkampf

Ausgeschlafen und durch ein anständiges Frühstück gestärkt ging es in dem über Nacht eingeschneiten Bad Kreuznach wieder zur Wettkampfstätte Jakob-Kiefer-Halle. Als erstes stand das Nachwiegen an – bei einem Normalgewicht von 110 Kilo kein Problem für Dominik in der 125kg-Klasse. Während manche Ringer ein paar Runden auf der Matte liefen, um ihr Gewicht für das Wiegen zu erreichen, konnte sich Dominik somit ganz auf seinen Finalkampf konzentrieren.

Da sich beide Kämpfer bereits einen Tag zuvor auf der Matte getroffen haben, wusste Dominik: „Da geht noch was!“ Hochmotiviert mit dem Ziel, die Goldmedaille zu sichern, ging er auf die Matte. Es gab den Startpfiff durch die Kampfrichterin, Dominik nutzt seine Chance und nach wenigen Sekunden war er in den Beinen von Leon, machte einen Ausheber und holte sich die ersten 4 Punkte. Zurück im Stand ging es weiter. Leon, nun vorgewarnt, wusste, worauf er sich einstellen musste. Ihm gelang es, zwei Angriffe von Dominik abzuwehren. Beim dritten Angriff gelang Dominik erneut ein Ausheber. Am Boden schaffte es Dominik, zur Zange zu fassen. Er musste kurz noch etwas nachbessern und der Blick der Kampfrichterin ging Richtung Mattenpräsident – er sah das Gleiche – ihre Hand landete laut klatschend auf der Matte! Damit gewann Dominik nach 44 Sekunden mit einem Schultersieg die Goldmedaille in der 125kg-Freistil-Klasse der Junioren. Was für eine saubere Leistung!

Glückwünsche an den Medaillengewinner

Ein Riesenkompliment geht an Dominik Klann zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Alle KAV-Ringer, Trainer, Mitstreiter und der gesamte Vorstand sind stolz auf ihren frischgebackenen Deutschen Meister. Auch LRV-Präsident von Sachsen-Anhalt, Norbert Born, gratuliert als einer der Ersten dem Eisleber Dominik Klann zu diesem Erfolg.

Ein großer Dank geht auch an Rechtsanwalt Dr. Sven Nagel. Ohne ihn wäre ja die Teilnahme von Dominik an dieser Meisterschaft auf Grund der DRB-Sportler-Sperre gar nicht möglich gewesen.

Wie es mit Dominik sportlich weiter gehen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Das große Ziel des KAV-Athleten ist es, durch den Nachwuchs-Bundestrainer Ewald für den Wettkampfhöhepunkt des Jahres, die Junioren Europa-Meisterschaften Ende Juli in Rom, nominiert zu werden.

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Comments

  1. Nico Wiedmann - 19. März 2018 at 0:19

    Wie kann der DRB sein Mütchen nur mit einer solchen dummen Aktion wie der Sperre gegen ein junges Supertalent kühlen? Welch ein schrecklicher Verband!

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